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Erzähl mal: Warum sprichst du als Sechszehnjährige so verdammt gut Hörspiele?

Interview mit Amanda Zaus



Amanda Zaus verleiht Lenny Limone und einer Menge liebenswürdiger Tiere ihre Stimme und macht sie dadurch zu ganz eigenen Persönlichkeiten. Die Sechzehnjährige hat viel Leidenschaft für Hörspiele, das Schauspiel, die Musik, das Kabarett, die Politik, den Journalismus und besonders für Sprachen. Als Chefredakteurin ihrer Schülerzeitung gewann sie mit ihrem Team den “Blattmacher Preis 2021“ des Bayerischen Kultusministeriums und der Süddeutschen Zeitung. Amanda liebt es, sich mit prominenten Menschen zu treffen und mit ihnen über Dinge zu sprechen, welche die Kinder und Jugendlichen wirklich interessieren. Dabei ist es ihr wichtig, objektiv zu bleiben und Themen nicht nur witzig, sondern auch kritisch und investigativ zu hinterfragen. Die Liste ihrer Gäste ist schon sehr lang und reicht beispielsweise von der bayerischen Politikerin Katha Schulze, über Kabarettisten wie Maxi Schafroth oder Wolfgang Krebs, bis hin zu Musikern oder Schauspielern wie Stephan Zinner oder Hannes Ringlstetter.


Liebe Amanda, du kommst mit deinen 16 Jahren als routinierte Sprecherin rüber, hast du schonmal Hörbücher gesprochen? Oder vielleicht Erfahrung als Schauspielerin gesammelt?

Nein, ich habe noch nie ein Hörspiel gesprochen, das war mein erstes Mal. In der Grundschule durfte ich öfters bei Bühnenstücken die Hauptrolle spielen.

Wie kommt es, dass du so gut Dialekte sprechen kannst?

Ich habe einfach ein Faible für Sprachen und Dialekte. Der Wiener Dialekt, den ich dem Erdferkel Edward im Hörspiel verliehen habe, ist mein Favorit. Durch Übung und genaues Hinhören habe ich ihn mir selbst beigebracht, weil ich so ein großer Falco Fan bin und weil Wien meine Lieblingsstadt ist.

Sprichst du eigentlich noch andere Sprachen? Welche möchtest du noch lernen?

In der Schule habe ich Englisch und Französisch gelernt, nebenbei habe ich angefangen, mir selbst Schwedisch beizubringen, aktuell ist noch Finnisch dazugekommen. Sehr schwierig, aber wunderschön. Als nächstes möchte ich unbedingt meine Grundkenntnisse in Italienisch und Portugiesisch verbessern.

Weißt du schon, was du nach der Schule machen möchtest?

Da schwirrt mir so einiges durch den Kopf, weil ich vieles spannend finde. Auf alle Fälle möchte ich kreativ sein und frei arbeiten. Ich könnte mir auch Jobs im Bereich Fernsehen oder Radio gut vorstellen. Moderationen aller Art finde ich megainteressant.

Was machst du sonst gerne in deiner Freizeit?

Neben den Sprachen ist mir die Musik wahnsinnig wichtig. Ich singe total gerne, spiele Violine und Gitarre und schreibe eigene Songs. Ich interessiere mich für politisches Kabarett und bin auch immer wieder gerne als Journalistin unterwegs. Da habe ich schon einige Erfahrungen sammeln dürfen.

Zum Hörspiel ,,Lenny Limone und der große Sommerregen“: Welche Rolle mochtest du am liebsten und warum?

Oh, schwierig! Jeder einzelne Charakter hat hier seinen Reiz und ist mir total ans Herz gewachsen. Witzig fand ich den Pinguin Plitsch, dem man trotz seines großen Egos einfach nicht böse sein kann. „Pinguine zuerst, das war schon immer so“ ist ja eine klare Ansage. Die Schnecken gehören definitiv zu meinen Lieblingen, aber Edward finde ich sehr wichtig. Er bringt Ruhe in die Geschichte, weil sein gemütlicher Dialekt den Kindern sagt: „Alles gut, das kriegen wir hin!“.

Was hat dir bei den Aufnahmen am meisten Freude bereitet und was war der schwierigste Part?

Es war eine tolle Erfahrung, in die verschiedenen Rollen schlüpfen zu dürfen und die Stimmen danach anzuhören. Schwierig fand ich eigentlich nichts. Man unterschätzt vielleicht nur, dass es echte Arbeit ist, aber es macht natürlich auch total Spaß!

Wenn du dir ein neues Abenteuer von Lenny und seinen Freunden wünschen dürftest … was würden sie erleben?

Mir gefällt die Vorstellung, jeden Charakter einmal besonders hervorzuheben und seine eigene Geschichte erleben zu lassen. Eine Weihnachtsfolge oder Geburtstagsparty fände ich klasse!

Welches war eigentlich dein Lieblingshörbuch oder Hörspiel als Kind?

Bei Hörspielen bin ich relativ klar bei Benjamin Blümchen und Pumuckl, beide ganz wichtig in meiner Kindheit. Hörbücher hab ich auch geliebt. Besonders die von Astrid Lindgren. Am Schönsten war für mich, wenn sie Manfred Steffen gelesen hat. Meine Lieblinge waren die Kinder aus Bullerbü, Michel aus Lönneberga und Madita.


Lenny Limone und seine Tiere sind beste Freunde. Was denkst du, macht eine gute Freundschaft aus?

Zu einer guten Freundschaft gehört für mich auf jeden Fall Vertrauen, das ist mir wahrscheinlich das Wichtigste. Deshalb nenne ich auch nicht jeden, der nett ist, gleich einen "Freund ". Ich will erst mal Zeit haben, um eine Person kennenzulernen bevor ich Freundschaften schließe. Außerdem ist es mir auch wichtig, dass jemand ähnliche Interessen oder Ansichten wie ich hat. Ich höre auf jeden Fall immer auf mein Bauchgefühl, solange man den Kopf dabei nicht ausschaltet, ist das glaube ich immer das Richtige.


Und womit würde man dich so enttäuschen, dass du der Person den Rücken kehrst?

Mit einem Vertrauensbruch! Das ist so ungefähr das Schlimmste denke ich. Da würde ich auch keine zweite Chance mehr geben, weil die Freundschaft dann einfach schon einen Riss hat, das wird nie mehr sein wie davor. Und wenn jemand dann nicht für mich da ist, wenn ich ihn oder sie grade brauche. Ich habe gelernt, dass es sich manchmal wirklich lohnt für eine Freundschaft zu kämpfen, genauso wichtig ist es aber auch, dass man lernt loszulassen. Menschen verändern sich, und das ist auch total okay . In solchen Momenten schreib ich besonders gerne Listen. Egal, ob es um Freundschaft oder eine Beziehung geht. Ich liste auf, was jemand Gutes für mich getan hat, aber auch was ich so auf keinen Fall mehr haben will. Das kann ich in eine neue Freundschaft oder Beziehung mitnehmen und weiß danach, was ich in Zukunft nicht mehr akzeptieren will, was mir nicht guttut.


Jetzt hast du schon einige bekannte Menschen getroffen und interviewt, welcher Promi steht noch auf deiner Wunschliste?

Da fallen mir sofort viele verschiedene Menschen ein, die ich interessant finde. Der Erste, der mir in den Sinn kommt, ist der österreichische Musiker, Arzt, Kabarettist und Politiker Marco Pogo (bürgerlich Dr. Dominik Wlazny). Er ist Vorsitzender der von ihm gegründeten Bierpartei und steht ganz oben auf meiner Interview-Wunschliste. Aber nicht nur, weil ich die Musik, die er mit seiner Band "Turbobier" macht, sehr gerne mag. Er hat ganz neue Ansätze ein Land zu gestalten und viele davon finde ich sehr spannend. Mit ihm würde ich mich wirklich gerne auf einen Kaffee treffen und eine Runde quatschen. Mit der Chanson-Sängerin Annett Louisan würde ich mich auch gerne mal zusammensetzen. Mich fasziniert ihr Intellekt, ihre Rhetorik, ihr Verständnis für Lyrik und ihre einzigartige Stimme. Genau, wie ich mir ein Gespräch mit Wolfgang Ambros immer gewünscht hätte. Er ist für mich ein großes Stück Kulturgut.


Wenn eine Fee vorbeikäme und du hättest 3 Wünsche frei, was würdest du dir wünschen?

Als Erstes würde ich mir Gesundheit wünschen!

Als Zweites mehr Zeit.

Als Drittes wünsche ich mir, dass das Lebensgefühl der 80er wieder zurückkommt.


Was bedeutet Glück für dich?

Glück ist für mich ziemlich einfach: Musik machen, gehaltvolle Gespräche mit Menschen, mit meinem Kater kuscheln, mein Zuhause, Zeit mit den Leuten, die ich mag. Ich kann aber auch wahnsinnig gut allein sein! Manchmal ist Glück auch einfach nur eine Melodie, ein Sommerregen oder ein Schmetterling auf der Nase.


Danke, Amanda für das Interview. Es macht so viel Freude, dich zu erleben. Wir finden, du passt perfekt zu Lenny Limone und seinen Freunden und für dich ist bereits ein kuscheliges Plätzchen im Limonenpark reserviert.

Wer jetzt neugierig geworden ist, der kann sich hier eine kleine Sneak Peek holen. Das Hörspiel steht bald zur Veröffentlichung bereit. Und ja, der Wunsch nach einer Weihnachtsgeschichte ist selbstverständlich notiert. Folgt doch Amanda bei Insta!












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